Lexware EÜR: Gewinnermittlung nach § 4 (3) EStG als Gesamtübersicht mit Beiträgen zu den einzelnen Zeilenangaben im steuerrechtlichen Formular



Lern-Ware Hinweis zur Erklärungs-Abgabepflicht in Bezug auf Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Gewerbesteuer:

Grundsätzlich müssen Einnnahmen-Überschussermittler im Rahmen der laufenden Buchhaltung (egal ob Finanzbuchhaltung, Lohn+Gehalt, Anlagenverwaltung oder Warenwirtschaft) genau nach den gleichen Prinzipien vorgehen, die auch Bilanzierer einhalten müssen.

Einnahmen-Überschussermittler haben allerdings ein paar Vorgaben zum Jahresabschluss weniger.

Die Übersicht gibt es hier: Lexware Buchhalter Jahresabschlussarbeiten Lexware für EÜR oder Bilanz

Alles Wissensnotwendige präsentiert ohnehin das kostenfrei zugängliche Elsterformular für diejenigen, die ihren Gewinn nach Ein- und Auszahlungen ermitteln müssen und am Ende des Jahres keine offenen Posten bei Verbindlichkeiten von Lieferanten oder Forderungen an Kunden ausweisen dürfen, die den Gewinn beeinflussen.

Somit stellen wir jetzt die Einnahmen und Ausgaben vor, die in Ein- und Auszahlungen oder in zu aktivierende Vermögensansammlungen bzw. zu (Sonder-) Abschreibungsnotwendigkeiten bei Einnahmen-Überschussermittler führen, deren Wissensbausteine aufgrund der öffentlich-rechtlichen Anforderungen für deren Gewinnermittlung ohnehin frei zugänglich via Internet und entsprechenden Webportalen sind.

Darüber hinaus werden im gleichen Beitrag die in der Lexware-Software vorhandenen Dateneingabe-Notwendigkeiten den entsprechenden Daten-Ausgabe-Berichten in den dort genannten Verlinkungen gegenüber gestellt.

————————-

Lern-Ware Tipp zum Ausfüllen von Erklärungsvordrucken:

Denken Sie bitte daran, dass es die Infotheken in den örtlichen Finanzämtern gibt, hinter denen Finanzbeamte sitzen, die Ihnen bei Ihren Fragen zu Eingaben in die Steuererklärungsformulare kostenfrei Rede und Antwort stehen, sofern Sie diese selber ausfüllen möchten. Inhaltlich stehen sowieso immer nur Sie in der Verantwortung, gleichgültig, wer Steuererklärungen oder Gewinnermittlungen für Sie als Fremddienstleistung oder als Angestellte(r) gegen Entgelt gefertigt haben sollte.

————————-

Das Elsterformular erhalten Sie hier: Elster-Online-Portal der Bayrischen Finanzverwaltung für das gesamte Bundesgebiet

Den Umgang mit Lexware Software schildern wir hier: Lern-Ware Financial Office Hilfestellungen und Support


Elster-Formular Hilfestellung zur EÜR-Abgabe:

„Was ist eine Einnahmenüberschussrechnung?

Wer nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet ist Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen und dies auch nicht freiwillig macht, kann als Gewinn den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ansetzen. Rechtsgrundlage hierfür ist § 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Diese Gewinnermittlung wird daher auch „4(3)-Rechnung“ genannt.

Die hier angebotene Einnahmenüberschussrechnung ist nach dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck gestaltet und dient der Ermittlung des steuerlichen Gewinns.

Wer muss eine Einnahmenüberschussrechnung einreichen?

Selbständige und Gewerbetreibende, deren Betriebseinnahmen über 17.500 € liegen und die keine Bilanz erstellen, haben zusätzlich zu ihrer Einkommensteuererklärung die Einnahmenüberschussrechnung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck oder Datensatz abzugeben. Für mehrere Betriebe muss jeweils separat für jeden Betrieb eine solche Einnahmenüberschussrechnung erstellt werden.“

Lern-Ware Übersetzung:

Alle, die keine Bilanz als Betriebsvermögensvergleich von Eigentum (in Form von Bankguthaben, KFZ-Eigentum, Gebäudeeigentum oder Betriebsausstatttung sowie Forderungen an Kunden) mit vorhandenen Schulden bzw. Eigenkapital (Kredite von Banken oder Privatleuten, noch nicht bezahlten Einkaufsrechnungen von Lieferanten und ähnlichem) erstellen müssen, sind gehalten, eine reine Zahlungsverkehrsrechnung von Ein- und Auszahlungen am Ende des Geschäftsjahres  in Form einer Steuererklärung dem Finanzamt zu präsentieren, damit das Finanzamt anhand des dort ermittelten Gewinns die persönliche Einkommensteuerschuld (die Gemeinde die Gewerbeertragssteuerschuld) berechnen und belasten kann.

Diese Zahlungsverkehrsrechnung muss nicht softwaregebunden erfasst sein. Es reicht hier immer noch eine reine Belegauflistung (Papierordner mit entsprechenden Summenblättern an Ein- oder Auszahlungen), was im Laufe des Geschäftsjahres von Kunden eingezahlt und was an Lieferanten bzw. für Betriebsbedarf vom Gewerbetreibenden ausgezahlt wurde.

Eine Differenzierung von Einzahlungen nach Nettoumsatz und Mehrwertsteuer, sowie von Auszahlungen nach Nettoausgabge und Vorsteuer ist dabei alleinig notwendig, um die Mehrwertsteuerbelange mit zu berücksichtigen.

Berechtigt zur Abgabe einer EÜR-Ermittlung nach o. g. Kriterien sind alle Kammerberufler (Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater) und bestimmte Akademiker sowie diejenigen, die ihr Gewerbe grundsätzlich (noch) nicht ins Handelsregister eingetragen haben, bzw. zusätzlich Gewinn- und Umsatzgrößen unterschreiten, sofern als Einzelunternehmen oder in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts tätig.

Das Finanzamt fordert Sie auf, die Gewinnermittlungsart zu ändern, wenn dauerhaft 500.000 € Umsatz und 50.000,00 € Gewinn pro Geschäftsjahr überschritten werden.

Warten Sie die Aufforderung einfach ab– sollte keine Dauerhaftigkeit dieser Größenklassen vorhanden sein, können Sie immer noch dem FA gegenüber argumentieren, dass aufgrund eines besonderen Umstandes (großer Auftrag, der so nicht auf Dauer wieder kommen wird), kein Wechsel der Gewinnermittlungsart vonnöten ist.


Beitrags-Links zu den einzelnen Zeilen des EÜR-Formulars mit Erklärungen vom Bundesfinanzministerium sowie Lern-Ware Ergänzungen:

Seite 1 Zeilen 1-10: Wer macht was wann wie und mit wem auf welche Art unter welcher Steuernummer?

Allgemeine Angaben:

Amtsdeutsch: Firmenangaben, Steuernummer und Finanzamt

Angaben zu Ihrem Betrieb:

Amtsdeutsch: Betriebssteuernummer, Anschrift, Wirtschaftsjahrabgrenzung, Rechtsform des Betriebs, Einkunftsart (Zeile 7) für Branchenzuordnung wegen Betriebsprüfungzwecke, Angaben zum Betriebsinhaber nach Abgabenordnung (Zeile 8)

————————-

Lexware-Software nutzt folgende Eingabemöglichkeiten:

Firmenstammdaten Daten-Eingabe EÜR sowie Jahresabschluss-Daten-Ausgabe EÜR


Seite 1 Zeilen 9-10: jahrelang betrieblich genutzte Grundstücke oder Erbbaurechte wurden verkauft oder bei Betriebsaufgabe ins Privatvermögen übernommen (eine Einnahme, die nicht mit einer Einzahlung verbunden ist, wenn einfach nur der Betrieb aufgegeben wird!)

Amtsdeutsch: Entnahme oder Veräusserung von Grundstücken /grundstücksgleichen Rechten bei Betriebsveräusserung oder Betriebsaufgabe

Eingabemöglichkeit Elsterformular und Erklärung/Berechnung zu diesen Tatbeständen: Zeile 18 mit Bezug auf „Veräusserung und Entnahme von Anlagevermögen“, z. B. einen Betriebs-PKW nur noch privat nutzen nach Betriebsaufgabe oder ein  bislang im Betriebsvermögen enthaltenes Ladenlokal für privaten Wohnraum umbauen während der Betriebsfortführung

————————-

Lexware-Software nutzt folgende Eingabemöglichkeiten:

Anlagevermögen Daten-Eingaben Buchwert und Verkaufserlös/Entnahmebetrag für EÜR sowie Jahresabschluss-Daten-Ausgabe EÜR


Seite 1 Zeilen 11-12: Betriebseinnahmen als umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer (nach § 19 Abs. 1 UStG)

Elster-Formular Hilfestellung:

„Hier tragen umsatzsteuerliche Kleinunternehmer ihre Betriebseinnahmen (ohne Beträge aus Zeilen 17 bis 21) mit dem Bruttobetrag ein.

Sie sind Kleinunternehmer, wenn Ihr Gesamtumsatz (§ 19 UStG) im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen wird und Sie nicht zur Umsatzsteuerpflicht optiert haben. Kleinunternehmer dürfen für ihre Umsätze z. B. beim Verkauf von Waren oder der Erbringung von Dienstleistungen keine Umsatzsteuer gesondert in Rechnung stellen.“

Lern-Ware Hinweis:

Diese Umsatzgrenze ist zeitanteilig pro Monat der gewerblichen Tätigkeit im Kalenderjahr zu betrachten. Fangen Sie also erst am 01.07. eines Kalenderjahres mit  Ihrem Gewerbe an, darf nur die die Hälfte des o. g. Betrags als Gesamtumsatz bei Ihnen als Zahlung eingegangen sein. Fangen Sie zum 01.10. des Kalenderjahres an, dann anteilig nur ein Viertel. Die Gesamtsumme wird vom FA hoch gerechnet und entscheidet, ob Sie in Ihren Rechnungen USt ausweisen und vom Kunden einzubehalten sowie ans Finanzamt monatlich abzuführen haben. Überschreitet also Ihr Gesamtumsatz im angebrochen Kalenderjahr diese Grenze zeitanteilig, werden Sie mit Ihren Betriebseinnahmen Umsatzsteuerzahler, obgleich Sie keine USt vom Kunden verlangt haben, sofern Sie (fälschlicher Weise) davon ausgegangen sind, dass die 17.500,00 € ein Freibetrag insgesamt sein sollten.

Haben Sie mehrere Gewerbe nebeneinander, werden die Einnnahmen aus allen Gewerben zusammen gerechnet, so dass die o. g. Grenze schnell erreicht ist. Im Rahmen der Umsatzsteuer-Berechnung gibt es nur einen Unternehmer, im Rahmen der Einkommensteuer- und Gewerbesteuerermittlung können Sie Gewinne pro Betrieb getrennt ermitteln- bei der USt nicht, sofern alle Betriebe die Rechtsform eines Einzelunternehmens haben.

————————-

Lexware-Software nutzt folgende Eingabemöglichkeiten:

Firmenstammdaten und Betriebseinnahmen-Daten-Eingabe EÜR sowie Jahresabschluss-Daten-Ausgabe EÜR